Ohne Worte – Ein Fotoprojekt von Valerie Wagner

4 Jun

Mit dem Projekt OHNE WORTE beteiligt sich die Fotokünstlerin Valerie Wagner an der sechsten Triennale der Photografie in Hamburg. Das Motto der Triennale ist „The Day will come…“. Und Valerie Wagner fügt hinzu „The day will come when God will answer.“. Sie setzt sich in den 20 Fotografien mit Gesten des Gebetes auseinander.

Die Ausstellung ist vom 21. Juni bis zum 19. Juli jeweils von 10 – 18 Uhr im Kleinen Michel in Hamburg zu sehen. Ein Katalog kann vor Ort erworben werden. Danach ist die Ausstellung in Sankt Peter-Ording in die Kirche Sankt Ulrich zu sehen, und zwar vom 21. Juli bis zum 5. August. Und dann vom 7. bis zum 31. August in der Sankt Elisabeth Kirche in Damp an der Ostsee.

Hier mein Radiointerview mit Valerie Wagner:

Mehr zur Künstlerin unter http://www.valeriewagner.de
Mehr zur Triennale der Photografie unter http://www.phototriennale.de

Männer sind scheiße

28 Apr

Männer sind scheiße. Nicht alle, nicht immer, aber genügend Männer sind häufig genug scheiße, um aller Welt Angst vor ihnen zu machen. Wenn ich spätabends auf dem Weg nach Hause zufällig ein paar Meter hinter einer Frau hergehe, merke ich doch, dass sie mein hinter ihr hergehen nervös macht, dass das bedrohlich ist. Das verstehe ich sogar und ich ärgere mich dann über die Männer, die mir das einbrocken. Und wenn ich Bilder von Fußball Hooligans sehe, von organisierter Kriminalität, von diesen fürchterlichen IS Teroristen – ich sehe fast ausschließlich Männer.

Das hat böse Folgen. Ganz alltägliche wie die, dass ich darauf achten muss, nachts niemanden Angst zu machen. Wir alle müssen am Flughafen endlose Kontrollen über uns ergehen lassen. Viel ernstere Folgen hat das auch für Flüchtlinge, genauer gesagt für männliche Flüchtlinge. Die meisten hier in Deutschland haben doch keine Befürchtungen, wenn sie erfahren, dass 20 syrische Familien mit Frauen und Kindern in ihren Ort kommen. Die syrische Arztfamilie mit zwei Kindern bekommt auch relativ schnell eine Wohnung. Aber wenn bekannt wird, dass 30 Männer untergebracht werden sollen, dann werden viele unruhig. Das ist nicht immer Fremdenfeindlichkeit, das ist auch oft Angst vor männlicher Gewalt. Einfach nur, weil es Männer sind. Wer behauptet, ganz frei davon zu sein, soll mal überlegen: Wechsele ich eher die Straßenseite, wenn mir ein Trupp junger Männer entgegen kommt oder ein Trupp Frauen oder eine gemischte Gruppe?

Ich bin Gott. Nicht Mann. Mit diesem Satz begründet Gott in der Bibel einmal, warum er auf Rache verzichtet. Ächtung von Gewalt. Erziehung zu Gewaltlosigkeit. Die eigenen Aggressionen zügeln. Selber ein gutes Beispiel sein. Jeder Mann kann seinen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Männer keine Angst auslösen, einfach weil sie Männer sind.

Ein Pilgerweg entlang des Todesmarsches der Frauen von Ravensbrück

16 Apr

Das Ziel hieß Überleben
Ein Pilgerweg entlang des Todesmarsches der Frauen von Ravensbrück

Raben Steinfeld (ahü). Ein Pilgerweg vom 23. April bis 3. Mai folgt dem „Todesmarsch“ der Frauen vom Konzentrationslager Ravensbrück vor 70 Jahren.
Ende April 1945 begann für 20 000 Frauen aus dem Konzentrationslager Ravensbrück ein „Todesmarsch“, den viele nicht überlebten. Als die Front näher kam, hatte die SS das Lager geräumt. 3 000 schwer kranke Menschen wurden zurückgelassen, der Rest wurde in Richtung Westen getrieben. Im Januar 1945 waren 46 000 Menschen auf dem Gelände zusammengepfercht, drei Jahre vorher lebten dort 10 000 Insassen, vor allem Frauen. Mittlerweile aber kamen aus den evakuierten Konzentrationslagern im Osten, unter anderem aus Auschwitz, immer mehr Gefangene nach Ravensbrück. Die Nazis richteten im Februar eine provisorische Gaskammer ein und ermordeten in kurzer Zeit 2 000 Menschen. Ravensbrück bei Fürs-tenberg war das größte Frauen-KZ im Reich. 133 000 Frauen, 20 000 Männer waren dort insgesamt interniert. 28 000 kamen um.
In einem Zeitzeugenbericht beschreibt die Polin Genowefa Olejniczak den Todesmarsch der Frauen von Ravensbrück: „In der Nacht vom 27. zum 28. April 1945, es begann schon zu dämmern, wurde das Lager evakuiert. Wir waren Tag und Nacht ohne Essen, ohne Trinken und ohne Schlaf unterwegs – die SS eskortierte uns mit Hunden. So wurden wir bis nach Neustrelitz getrieben. Dann ging es in Richtung Westen zu einem Sammelpunkt, weil wir auf ein Schiff nach Schweden kommen sollten. Aber das Ziel haben wir nicht mehr erreicht, inzwischen war alles bombardiert.“
Bei Crivitz stießen zu den Ravensbrück-Häftlingen auch solche aus dem KZ Sachsenhausen. Sie hatten einen noch längeren Weg zurückgelegt. Der gemeinsame Marsch endete am 2. Mai in Raben Steinfeld kurz vor Schwerin. Nach Schwerin vorrückende Panzereinheiten der „Zweiten weißrussischen Front“ hatten den Zug eingeholt. Die Bewacher hatten sich bereits abgesetzt.
Mehrere Gedenksteine erinnern heute an diesen Weg, der viele der entkräfteten KZ-Häftlingen in den letzten Kriegstagen das Leben kostete. Der Erinnerung dient auch ein Pilgerweg auf der Strecke des Todesmarsches, der als zehntägige Fußwanderung vom 23. April bis 3. Mai von Ravensbrück nach Schwerin führt. „Lebendige Begegnungen auf dem Weg des Todesmarsches“ heißt der Titel. Initiiert haben diesen ökumenischen Weg Uwe Seppmann vom christlichen Gästehaus Beth-Emmaus bei Sternberg, Olaf Steinberg, Amtsleiter Sternberger Seenlandschaft und Kreistagspräsident, sowie Pastor Horst Schröter aus Peckatel-Prillwitz. Die Streckenführung stammt vom katholischen Jakobsweg-Beauftragten Wilhelm Reichel. „Wir werden mit einer festen Gruppe von 15 Personen die ganze Strecke gehen. Einige andere wollen nur einen oder zwei Tage mitgehen. Aber jeder kann uns ein Stück begleiten, auch nur für eine Stunde“, sagt Wilhelm Reichel.
An einigen Etappen werden Augenzeugen zu Wort kommen, die den Marsch der KZ-Häftlinge (als Kind) gesehen haben. Auch das Friedenslicht aus Bethlehem wird auf dem Weg weitergegeben. Die Strecke wird den Spuren der Häftlinge möglichst genau folgen, also auch über Bundesstraßen führen.
„Wir sind als Pilger und Mahner unterwegs, die Erinnerungen wachrufen möchten. In den Gesprächen mit den Menschen auf dem Weg wollen wir deutlich machen, dass diese Zeiten nicht vergessen und mit einer Decke des Schweigens verdrängt werden“, sagt Wilhelm Reichel. Anders als der Todesmarsch vor 70 Jahren endet der Erinnerungsweg in Schwerin. Dort feiern die Pilger und alle Interessierten am 2. Mai eine Andacht mit Propst Eberlein in der Propsteikirche St. Anna. Um 19.30 Uhr ist eine Abschlussveranstaltung im Schleswig-Holstein-Haus, anschließend ein Abendgebet in der Synagoge.

Von Ravensbrück nach Schwerin
Der ökumenischer Pilgerweg „Lebendige Begegnungen auf dem Weg des Todesmarsches“ hat folgendes Programm:
Donnerstag, 23. April: 17 Uhr Auftakt in der Gedenkstätte Ravensbrück
Freitag, 24. April: von der Gedenkstätte Ravensbrück bis zur ev. Kirche Wesenberg. Gegen 9 Uhr Gespräch mit Zeitzeugen in Steinhavelmühle, 18 Uhr Schabbathfeier im ev. Gemeindehaus
Samstag, 25. April: von Wesenberg zum evangelischen Pfarrhaus Mirow. 13 Uhr Mittagsgebet in der katholischen Kirche.
Sonntag, 26. April: Von Mirow zur katholischen Kirche Röbel, 10.30 Uhr Zeitzeugengespräch in Retzow. 19 Uhr Gemeindeabend im Kath. Gemeindezentrum
Montag, 27. April: Von Röbel bis Kloster Malchow
Dienstag, 28. April: von Malchow nach Goldberg, Abendveranstaltung im Haus der Bibel, Werderstr. 9
Mittwoch, 29. April: Von Goldberg nach Suckow Von Suckow zu Fuß nach Slate
Donnerstag, 30. April: Von Slate nach Parchim, Besuch des KZ Neustadt-Glewe (Übernachtung in Goldberg)
Freitag, 1. Mai: Von Goldberg nach Crivitz, Schabbathfeier in der Ev. freikirchlichen Gemeinde auf demWeinberg
Samstag, 2. Mai: Von Crivitz nach Raben Steinfeld und nach Schwerin, Kranzniederlegung mit Kreistagspräsident Steinberg am Mahnmal „Mutter“, 18 Uhr Gottesdienst in St. Anna, 19.30 Uhr Gedenkveranstaltung im Schleswig-Holstein-Haus, 21.30 Uhr Abendgebet in der Synagoge.

Weitere Informationen oder Anmeldungen für den Weg bei Wilhelm Reichel unter Tel. 03843 / 68 34 36, E-Mail: reichel.gue@freenet.de, Internet: http://lebeto-mvp.jimdo.com
Das Zitat von Genowefa Olejnic-zak ist einer Ravensbrück-Dokumentation der Bundeszentrale für politische Bildung entnommen (www.bpb.de).

Jürgen Klopp über Religion, Gebet, Glaube

15 Apr

Bitte beachten: Das Interview ist schon älter, nämlich von 2008 und nicht aus aktuellem Anlass geführt. Ich persönlich sage: Danke!!!

Syr.-orth. Pfarrer zu verfolgten Christen

20 Aug

Moses Dogan ist Pfarrer einer kleinen syrisch-orthodoxen Gemeinde in Hamburg. Die Heimat dieser Kirche umfasst Mesopotamien, also im Wesentlichen Teile der Türkei, den Irak und Syrien. Über die Erzdiözesen dort hält er Kontakt zu der verfolgten Kirche. Die Verfolgung der Christen vor allem in Syrien und dem Irak ist durch das Auftauchen und den Terror der IS wieder mehr in den Blickpunkt geraten. Häuser von Christen wurden mit einem „N“ für Nazarener markiert. Pfarrer Dogan erhofft sich von den Christen hier in Deutschland mehr Solidarität, mehr Interesse und mehr Gebet.

Alle in einem Boot. Karikaturen zu Afrika und Europa

22 Jan

Im Hamburger St. Marien-Dom ist bis zum 16. Februar 2014 (täglich von 9-18 Uhr ausserhalb der Gottesdienstzeiten) die Ausstellung „Ale in einem Boot. Karikaturen zu frika und Europa“ zu sehen. Es geht um Flüchtlinge, Nahrung, Abschottung, Ressourcen. Hier mein kleiner Videoclip und ein paar Fotos.

Interviews zum Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser in Hamburg Volksdorf

8 Jan

Wenn Kinder lebensverkürzend erkrankt sind, brauchen nicht nur sie, sondern oft auch Eltern und Geschwister Unterstützung. Wenn ein Elternteil stirbt, ist der verbleibende Elternteil manchmal so mit der eigenen Trauer beschäftigt, dass nicht genug Kraft und Aufmerksamkeit für die Trauer der Kinder bleibt. Die Kinder- und Jugendhospizarbeit der Malteser in Hamburg Volksdorf steht Kindern, Jugendlichen und Angehörigen bei.
Ich habe einen Beitrag mit Leiterin Ramona Bruhn gemacht und sie dafür unter anderem gefragt, ob Kinder anders trauern als Erwachsene.

Ich habe mit Gloria gesprochen, die eine lebensverkürzende Muskelkrankheit hat (wobei sie selber zu Recht sagt, dass ich ja auch sterben muss und nicht weiß, wann das sein wird).

Und ich habe Astrid Karahan für NDR Info „Im Anfang war das Wort. Die Bibel“ gefragt, warum die Emmausgeschichte in der Ausbildung neuer Kinder- und Jugendhospizbegleiter/innen ein Wegbegleiter ist.

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