6 Gedanken zum Senegal

7 Okt

1. Der Kampf gegen Beschneidung im Senegal

Radiobeitrag über das Projekt mit Beschneiderinnen und Gundula Gause im O-Ton

Da war ich erst einmal sprachlos. Auf der Reise mit dem katholischen Hilfswerk Missio in den Senegal machten wir auch in einem entlegenen Dorf  nahe der Stadt Ndoffane Station und trafen Beschneiderinnen. Frauen, so Mitte 50, die sehr alt, sehr hart und hartherzig aussehen. Die Beschneidung, unter der die Mädchen ein Leben lang leiden, ist im Senegal verboten, wird aber noch viel praktiziert. Glücklich macht diese Arbeit die Beschneiderinnen nicht, das sieht man ihnen an. Was sie denn empfinden, wenn sie sehen, unter wie großen Schmerzen die Mädchen leiden, haben wir gefragt. Die Antwort: „Ja, wir wissen, dass sie Schmerzen haben, wir wissen auch, dass Mädchen an den Folgen der Beschneidung sterben können, aber…müssen wir nicht alle mal sterben?“ Bei dieser Antwort fiel mir erst mal nichts mehr ein.

Ein schöner Film über die Arbeit von Schwester Christine:
http://www.youtube.com/user/missiodeutschland#p/u/3/KZ8reg1qqZk

Christine mit Beschneiderinnen

Wie man darauf gut reagiert, habe ich bei Schwester Christine Ngom gesehen. Ein schöner Mensch, nicht nur, weil die Schwester tatsächlich gut aussieht, sondern weil sie lächelt, gütig wirkt, fröhlich, eher jünger als ihre 38 Jahre, weil sie innere Schönheit ausstrahlt. Sie können auf missio.de den Film „Gegen Genitalverstümmelung“ sehen, in dem Schwester Christine redet, lacht und tanzt. Sie ist Krankenschwester und sehr stolz darauf, dass es in den beiden Dörfern, die sie betreut, schon etwa ein Jahr lang keine Beschneidungen mehr gegeben hat. Sie redet voller Respekt auch mit den Beschneiderinnen, ist gütig, wo ich wohl meine Wut nicht unterdrücken könnte. Aber Wut und Aggression hätten bestimmt nichts bewirkt. Die Liebe, die Nächstenliebe, die Schwester Christine praktiziert und ausstrahlt, hat die Menschen verändert, ihre Arbeit in der Krankenstation und ihr respektvolles Auftreten haben dazu geführt, dass auch sie respektiert wird, auch von den Beschneiderinnen, auch von den Dorfältesten.

Der Blick in die harten, unglücklichen Gesichter der Beschneiderinnen und in das schöne Gesicht von Schwester Christine macht sehr deutlich, wie gut es tut, Gutes zu tun. Und viele viele Mädchen und Frauen werden ihr noch lange dankbar sein.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: