2. Migration – Ein Riesenthema im Senegal

7 Okt

Radiobeitrag über Migrationsprojekte im Senegal

Da sitzen viele fröhliche Kinder auf dem Boden, da sitzen Frauen, die sich hübsch gemacht haben, da sitzen alte Männer, die irgendwie weise aussehen. Aber irgendetwas an diesem schönen Bild ist falsch. Und dann merke ich es: Die Männer fehlen. Genauer gesagt: Die Väter. Ich bin mit dem katholischen Hilfswerk Missio im Senegal und jetzt in einem Vorort der Hauptstadt Dakar. Ein Problem des Landes ist es, dass so viele Männer, oft Väter, das Land Richtung Europa verlassen wollen. Wir hier in Deutschland merken dass immer dann, wenn wieder ein Schiff mit Flüchtlingen untergegangen ist, festgesetzt wurde oder halbtote Flüchtlinge an Land gehen.

Film über das Migrationsprojekt
http://www.youtube.com/user/missiodeutschland#p/u/4/C2pj212sA_A

Auch ein Sohn von Yayi Bayam Diouf hat im Jahr 2006 die Flucht gewagt. Als Kapitän mit 80 anderen Emigranten wollte er auf die Kanarischen Inseln fliehen. Aber das Boot kenterte. Alioune Mar und seine Gefährten ertranken im Meer. Nach langer Trauer entschied sich seine Mutter, die Muslimin Yayi Bayam Diouf, aktiv zu werden und nicht tatenlos mitanzusehen, wie sich auch andere Kinder ins Unglück stürzen: Sie gründete eine Frauenorganisation, die gegen die illegale Auswanderung aus dem Senegal kämpft. Sie helfen zurückgelassenen Familien so genannter Boatpeople, kümmern sich um Kinder, deren Eltern auf dem Meer ums Leben gekommen sind, und sie nehmen sich desillusionierter Heimkehrer an, die bei ihnen etwas zu essen und trinken bekommen. Und sie bekämpfen die Ursachen, in dem sie Schulgeld für Kinder und Jugendlichen bereit stellen.

Das Ziel: Anreize für junge Leute schaffen, im Senegal zu bleiben. Eine Aufgabe, für die die 52-Jährige inzwischen 375 Mitstreiterinnen gewonnen hat. Die Arbeit der Muslimin wird von der katholischen Kirche unterstützt. Von der Caritas im Senegal und Missio in Deutschland.

Es wird so oft gesagt, dass Europa nicht so viele Flüchtlinge aufnehmen könne und man viel mehr im Land selber helfen soll. Missio und die Caritas setzten das im Senegal um.

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