Lob der Aggressivität

18 Jun

Audio: Lob der AggressivitätSchon wenn kleine Jungs raufen, wird sofort eingeschritten. Haut euch nicht. Vertragt euch. Gebt euch die Hand. Na ja, wenn Blut fließt, sollte man den Kampf auch stoppen, aber so eine richtige Rauferei gehört doch zur Kindheit, oder nicht?

Aggressives Verhalten wird sofort sanktioniert, auch später, dabei hat Aggressivität doch auch gute Seiten. Angriffslust heißt Aggressivität übersetzt. Und ich finde, die entscheidende Frage ist ja, mit welchen Mitteln und gegen wen sich die Angriffslust richtet.

Drei Jugendliche sind letztens durch unsere Straße gegangen und haben mehrere Autos angesprüht. Ich habs gesehen. Mein Nachbar hats gesehen. Ehe ich fertig war mit sehen, nachdenken, entscheiden, ist mein Nachbar schon losgestürmt, nachgerannt und hat dafür gesorgt, dass die Polizei die Übeltäter erwischte. Ich war viel zu zurückhaltend, viel zu wenig aggressiv.

In der S-Bahn sind mal drei Frauen gleichzeitig – nur verbal, aber recht aggressiv – auf einen Mann losgegangen, der sich über einen zu lauten Säugling beschwerte. Zack, drauf. Nicht lange reden, nachdenken, sondern einschreiten. Deutlich, lautstark. Auch das ist positives aggressives Verhalten.

Und natürlich denke ich auch an Jesus, der nicht nur sanft war, sondern die Tische der Händler im Tempel umgeschmissen hat. Wenn das mal nicht aggressiv, nicht angriffslustig ist.

Wie weit darf man dabei gehen? Das muss jeder lernen. Am besten schon bei den Raufereien im Sandkasten.

Foto: Christiaaane/Pixelio

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