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Alle in einem Boot. Karikaturen zu Afrika und Europa

22 Jan

Im Hamburger St. Marien-Dom ist bis zum 16. Februar 2014 (täglich von 9-18 Uhr ausserhalb der Gottesdienstzeiten) die Ausstellung „Ale in einem Boot. Karikaturen zu frika und Europa“ zu sehen. Es geht um Flüchtlinge, Nahrung, Abschottung, Ressourcen. Hier mein kleiner Videoclip und ein paar Fotos.

Interview zum Afrikatag

2 Jan

Der Afrikatag ist die älteste Kollekte der Welt. In Deutschland liegt sie in den Händen vom Hilfswerk www.Missio.de. Hier ein Interview mit dem Vizepräsidenten von Missio, Gregor von Fürstenberg und einem Spendenaufruf von Gundula Gause. Radiobeitrag zum Afrikatag

Auf den Bildern sieht man die ehemalige Sklaveninsel Gorée: Die Insel wirkt erst heute sehr idyllisch. Das Denkmal erinnert an die Befreiung von der Sklaverei. Durch diese Tür sind Millionen auf die Schiffe und dann in die Sklaverei transportiert worden. Und ein Bld einer Zelle, in der Dutzende Gefangene festgehalten wurden.

6 Gedanken zum Senegal

7 Okt

1. Der Kampf gegen Beschneidung im Senegal

Radiobeitrag über das Projekt mit Beschneiderinnen und Gundula Gause im O-Ton

Da war ich erst einmal sprachlos. Auf der Reise mit dem katholischen Hilfswerk Missio in den Senegal machten wir auch in einem entlegenen Dorf  nahe der Stadt Ndoffane Station und trafen Beschneiderinnen. Frauen, so Mitte 50, die sehr alt, sehr hart und hartherzig aussehen. Die Beschneidung, unter der die Mädchen ein Leben lang leiden, ist im Senegal verboten, wird aber noch viel praktiziert. Glücklich macht diese Arbeit die Beschneiderinnen nicht, das sieht man ihnen an. Was sie denn empfinden, wenn sie sehen, unter wie großen Schmerzen die Mädchen leiden, haben wir gefragt. Die Antwort: „Ja, wir wissen, dass sie Schmerzen haben, wir wissen auch, dass Mädchen an den Folgen der Beschneidung sterben können, aber…müssen wir nicht alle mal sterben?“ Bei dieser Antwort fiel mir erst mal nichts mehr ein.

Ein schöner Film über die Arbeit von Schwester Christine:
http://www.youtube.com/user/missiodeutschland#p/u/3/KZ8reg1qqZk

Christine mit Beschneiderinnen

Wie man darauf gut reagiert, habe ich bei Schwester Christine Ngom gesehen. Ein schöner Mensch, nicht nur, weil die Schwester tatsächlich gut aussieht, sondern weil sie lächelt, gütig wirkt, fröhlich, eher jünger als ihre 38 Jahre, weil sie innere Schönheit ausstrahlt. Sie können auf missio.de den Film „Gegen Genitalverstümmelung“ sehen, in dem Schwester Christine redet, lacht und tanzt. Sie ist Krankenschwester und sehr stolz darauf, dass es in den beiden Dörfern, die sie betreut, schon etwa ein Jahr lang keine Beschneidungen mehr gegeben hat. Sie redet voller Respekt auch mit den Beschneiderinnen, ist gütig, wo ich wohl meine Wut nicht unterdrücken könnte. Aber Wut und Aggression hätten bestimmt nichts bewirkt. Die Liebe, die Nächstenliebe, die Schwester Christine praktiziert und ausstrahlt, hat die Menschen verändert, ihre Arbeit in der Krankenstation und ihr respektvolles Auftreten haben dazu geführt, dass auch sie respektiert wird, auch von den Beschneiderinnen, auch von den Dorfältesten.

Der Blick in die harten, unglücklichen Gesichter der Beschneiderinnen und in das schöne Gesicht von Schwester Christine macht sehr deutlich, wie gut es tut, Gutes zu tun. Und viele viele Mädchen und Frauen werden ihr noch lange dankbar sein.

2. Migration – Ein Riesenthema im Senegal

7 Okt

Radiobeitrag über Migrationsprojekte im Senegal

Da sitzen viele fröhliche Kinder auf dem Boden, da sitzen Frauen, die sich hübsch gemacht haben, da sitzen alte Männer, die irgendwie weise aussehen. Aber irgendetwas an diesem schönen Bild ist falsch. Und dann merke ich es: Die Männer fehlen. Genauer gesagt: Die Väter. Ich bin mit dem katholischen Hilfswerk Missio im Senegal und jetzt in einem Vorort der Hauptstadt Dakar. Ein Problem des Landes ist es, dass so viele Männer, oft Väter, das Land Richtung Europa verlassen wollen. Wir hier in Deutschland merken dass immer dann, wenn wieder ein Schiff mit Flüchtlingen untergegangen ist, festgesetzt wurde oder halbtote Flüchtlinge an Land gehen.

Film über das Migrationsprojekt
http://www.youtube.com/user/missiodeutschland#p/u/4/C2pj212sA_A

Auch ein Sohn von Yayi Bayam Diouf hat im Jahr 2006 die Flucht gewagt. Als Kapitän mit 80 anderen Emigranten wollte er auf die Kanarischen Inseln fliehen. Aber das Boot kenterte. Alioune Mar und seine Gefährten ertranken im Meer. Nach langer Trauer entschied sich seine Mutter, die Muslimin Yayi Bayam Diouf, aktiv zu werden und nicht tatenlos mitanzusehen, wie sich auch andere Kinder ins Unglück stürzen: Sie gründete eine Frauenorganisation, die gegen die illegale Auswanderung aus dem Senegal kämpft. Sie helfen zurückgelassenen Familien so genannter Boatpeople, kümmern sich um Kinder, deren Eltern auf dem Meer ums Leben gekommen sind, und sie nehmen sich desillusionierter Heimkehrer an, die bei ihnen etwas zu essen und trinken bekommen. Und sie bekämpfen die Ursachen, in dem sie Schulgeld für Kinder und Jugendlichen bereit stellen.

Das Ziel: Anreize für junge Leute schaffen, im Senegal zu bleiben. Eine Aufgabe, für die die 52-Jährige inzwischen 375 Mitstreiterinnen gewonnen hat. Die Arbeit der Muslimin wird von der katholischen Kirche unterstützt. Von der Caritas im Senegal und Missio in Deutschland.

Es wird so oft gesagt, dass Europa nicht so viele Flüchtlinge aufnehmen könne und man viel mehr im Land selber helfen soll. Missio und die Caritas setzten das im Senegal um.

3. Muslmisch-Chistlicher Dialog im Senegal

7 Okt

Radiobeitrag muslimisch-christlicher Dialog im Senegal

Muslime treten so lange für Religionsfreiheit ein, wie sie selbst in der Minderheit sind. Wo sie die Mehrheit bilden, ist es aus mit der Freiheit für andere Religionen. So denken nicht nur dumme Leute und viele muslimisch geprägte Länder scheinen dieser These Recht zu geben. Aber es geht auch anders. Es gibt ein leuchtendes Gegenbeispiel. Den Senegal, Beispielland der Missio-Aktion 2011. Gut 90% der Menschen hier sind Muslime, gerade mal 6-7% Christen.

Gundula Gause berichtet über ihre Eindrücke aus deem Senegal http://www.youtube.com/user/missiodeutschland#p/u/9/BS45qaqAr0U

Aber von Unterdrückung der Christen kann ich nichts erzählen. Stellen sie sich vor: Bei der ersten freien Wahl wurde ein Christ zum Präsidenten gewählt. Präsident Léopold Sédar Senghor regierte von 1960 bis 1980. Ein Muslim als Präsident oder Bundeskanzler wäre in Deutschland doch heute noch undenkbar, oder? Als der jetzige Präsident Wade die Christen beleidigte, waren es auch die Würdenträger des Islam, die die Christen verteidigten. Der Präsident musste um Entschuldigung bitten. An religiösen Feiertagen haben alle frei. Am islamischen Zuckerfest genau so wie an Weihnachten und Ostern.

Was ist der Grund für das gute Miteinander von Christen und Muslimen? Der senegalesische Kardinal Sarr sagt, dass die Menschen im Senegal noch von der traditionellen afrikanischen Religion beeinflusst sind, zum Beispiel was den Respekt vor den Ahnen angeht. Und sie hätten schon immer als verschiedene Ethnien in einem Land friedlich zusammen gelebt. Sie sind alle Senegalesen und erst dann Christen und Muslime.

Aber es gibt noch einen anderen Grund, und auf den dürfen die Christen im Senegal richtig stolz sein, finde ich. Die Menschen im Senegal wissen, dass die Christen den Armen helfen, dass sie Frauen fördern, Flüchtlinge betreuen und dass sie das und noch mehr tun, ohne zu fragen, ob jemand Christ ist oder Muslim. Das beeindruckt die Muslime im Senegal genau so, wie es die Griechen und Juden und Römer zur Zeit der ersten Christen beeindruckt hat.

Auf der Missio-Reise durch den Senegal haben wir auch einen Marabout getroffen, den religiösen Führer einer großen muslimischen Bruderschaft. Er erzählte, dass er viele soziale Projekte der Kirche kenne. Dann fragt er oft,  woher denn das Geld dafür kommt. Die Antwort: Spenden von Christen aus Frankreich und Deutschland. Und so wirkt auch ihre Spende über missio.de oder am 23. Oktober, dem Sonntag der Weltmission. Sie hilft den Christen im Senegal helfen. Und stärkt so auch das schöne Beispiel für gutes muslimisch-christliche Miteinander in einem mehrheitlich muslimischen Land.

Mit Missio im Busch

7 Okt

Hier ist es ja wie im Busch – das klingt wie eine Beleidigung, aber ich war wirklich da, im Busch. Bei 40 Grad im Schatten und bei Pater Benjamin Tine in einer entlegenen Buschpfarrei im Senegal. Seine Missionsstation umfasst eine Schule, eine Kirche und das Pfarrhaus. Ein neues Haus auch für Gäste wird gerade gebaut. Und das geht nur mit Spenden von Missio, dem katholischen Hilfswerk. Pater Benjamin betreut etwa 400 Christen. Wer ihn besucht, lebt irgendwie in zwei Zeiten gleichzeitig. Auf der einen Seite hat man guten Handyempfang und ich stehe da im Busch in Afrika, meine Frau ruft an und ich erkläre, wo im Keller ich die Gästematratze hingelegt habe. Gleichzeitig sehe ich das Mädchen vor mir, das in der großen Holzschüssel Hirse schlägt und siebt, bis es Hirsemehl geworden ist. Dieses Mädchen ist noch nie woanders gewesen als in seinem Dorf.

 Das lässt mich vorsichtiger werden im Urteil über Afrikaner, die sich angeblich zu langsam entwickeln, obwohl doch schon so lange Entwicklungshilfe gezahlt wird. Auch im Senegal gibt es viele Menschen, die ganz im 21. Jahrhundert leben, moderne Menschen, die hier und heute überall auf der Welt zu Recht kämen. Aber andere müssen noch Jahrhunderte überwinden.

 Das ist, als ob wir hier in Deutschland gleichzeitig heute und im, sagen wir mal, 15. Jahrhundert leben würden. Welches ist das bessere Leben? Das weiß ich nicht, merke aber wohl, dass das, was so idyllisch aussieht, die Hütten, die Tiere im Dorf, das Hirsemädchen, auch bitterarm ist, dass sich die Menschen eben doch zum Beispiel nach Bildung sehnen.

 Die Wahl hat ohnehin niemand. Die Welt heute funktioniert nach den Regeln des 21. Jahrhunderts. Hab ich eine Lösung? Weiß ich, wie sich das bitterarme Land besser entwickeln kann? Nein. Aber wenn überhaupt, dann wohl vor allem durch geduldige, mutige Missionare wie Pater Benjamin und seiner Schule. Es lohnt sich, ihn zu unterstützen.

Warum fördert Missio pastorale Projekte?

7 Okt

Wäre es nicht viel wichtiger, Lebensmittel zu spenden? Medikamente? Krankenschwestern und Lehrer auszubilden an Stelle von Priestern und Ordensleuten? Kernaufgabe von Missio ist genau das: Aus- und Weiterbildung von kirchlichem Personal und Hilfen zum Lebensunterhalt. Klar, auch Missio unterstützt Programme für Waisen, gibt Geld für Krankenstationen aus und finanziert Projekte für benachteiligte Frauen. Aber die Dimension der Seelsorge wird eben nicht vergessen, ist sogar der Schwerpunkt.

 Missio Schirmherrin Gundula Gause hat auf der Missio Reise in den Senegal sehr schön beobachtet, wie diese Hilfe wirkt: Die Christen im Land wirken auf sie nicht nur fröhlicher, sondern packen auch an, schicken ihre Kinder in die Schule, sind nicht resigniert, obwohl die Armut im Senegal schon sehr bedrückend ist. Christen wirken zuversichtlich, weil sie wissen, dass Gott bei ihnen ist und sie aus ihrer Not herausführen wird. Das erleben sie nämlich. Auch und gerade durch Ordensschwestern, die ihnen beistehen, wenn sie krank sind, durch Mitarbeiter der Caritas, die Flüchtlingen helfen, eine kleine Existenz aufzubauen, durch die Priester, die mit ihnen beten.

Der Glaube st vielleicht die beste Hilfe zur Selbsthilfe, weil die Menschen an Gottes Beistand glauben. Und dafür braucht man Menschen, die die Liebe Gottes weitergeben, von dieser Liebe in Worten und mindestens genau so durch ihre Taten erzählen.