Jesus Reloaded – Ausstellung im Kunsthaus Stade

26 Nov

„Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Das fragt Jesus seine Jünger und das ist eine Frage, die jeder Christ für sich beantworten muss. Auch Künstler haben in ihren Werken die Frage beantwortet, für wen sie Jesus halten. Das zeigt die Ausstellung „Jesus reloaded. Das Christusbild im 20. Jahrhundert“ im Kunsthaus in Stade, die man da noch bis zum 19. Januar sehen kann. Tom Beege ist einer von zwei Kuratoren der Ausstellung. Mit ihm ist das Interview unten. Die Bilder: links oben George Rouault: Christus in der Vorstadt (© VG Bild-Kunst, Bonn), Mitte oben HAP Grieshaber: Kreuznagelung (© VG Bild-Kunst, Bonn), oben rechts Robert Rauschenberg: Arcanum VI (© VG Bild-Kunst, Bonn), unten links Otto Dix: Ecce homo (© VG Bild-Kunst, Bonn), unten Mitte Marc Chagall: Kreuzigung (© VG Bild-Kunst, Bonn), unten rechts Keith Haring ohne Titel (© Keith Haring Foundation).

Noah – Film Trailer – ab April 2014

21 Nov

Die Geschichte von Noah, der Arche und der Sintflut ist eine der beliebtesten Bibelgeschichten für Kinder. Dabei geht es doch auch um Sünde, Gottes Zorn, um die drohende Auslöschung der Menschheit, die Zurücknahme der Schöpfung. Erst am Ende kommen Segen und Regenbogen. Im Film mit Russel Crowe, Jennifer Conelly und Emma Watson wird wohl eher die nicht so kindgerechte Seite der Geschichte erzählt. Theologisch und spirituell wertvoll? Mal sehen. Von den Bildern und Effekten her anscheinend aber beeindruckend.

Erzbischof Thissen besucht Hinrichtungsstätte der Lübecker Märtyrer

8 Nov


Am 10. November 1943 wurden die vier Lübecker Märtyrer Johannes Prassek, Eduard Müller, Hermann Lange und Karl Friedrich Stellbrink in Hamburg in der Haftanstalt Holstenglacis durch das Fallbeil hingerichtet. Zum 70. Todestag besuchte Erzbischof Werner Thissen die Haftanstalt. Er sah Stolpersteine, die an die vier Märtyrer erinnern, Todeszellen, in denen sie saßen, den Weg, den sie zum Fallbeil gegangen sind und den Ort mit der Gedenktafel, wo damals wohl das Fallbeil stand.

Militärschlag gegen Syrien?

2 Sep

Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann es einen Militärschlag gegen Syrien gibt. Unabhängig davon, ob die USA alleine handeln oder nicht. Was sagt die katholische Friedensethik zu so einem Einsatz? Ds habe ich Heinz-Gerhard Justenhoven gefragt, den Direktor des Hamburger Institutes für Theologie und Frieden.

Gedenken an Alt-Erzbischof Ludwig Averkamp

31 Jul

Freundlich, bescheiden und fromm. So habe ich Alt-Erzbischof Ludwig Averkamp kennengelernt. Und viele andere teilen diesen Eindruck. Erzbischof Werner Thissen nennt seinen Vorgänger einen großen Beter. Ich habe ein kleines Video gedreht, wie die Menschen am Sarg in der Krypta Abschied nehmen.

Alterzbischof Ludwig Averkamp gestorben

29 Jul

Ludwig Averkamp 2

Ludwig Averkamp 2

Acht Jahre war er Bischof von Osnabrück und ab 1995 sieben Jahre lang der erste Bischof des neu gegründeten Erzbistums Hamburg. Heute ist Ludwig Averkamp gestorben, mit 86 Jahren. Ludwig Averkamp 2Die sozusagen historische Leistung von Erzbischof Ludwig Averkamp besteht im Zusammenführen von Ost und West, von Mecklenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg zu einem Bistum. Viele Gespräche, viele Sitzungen waren nötig, und Ludwig Averkamp erwarb sich überall Respekt und Vertrauen, weil er so gut und viel zuhörte. Die Zeit als Erzbischof endete 2002, als Ludwig Averkamp 75 Jahre alt wurde. Danach widmete er sich viel den sogenannten Gebetsschulen. Zuletzt war er sehr krank, konnte kaum mehr reden. Der Tod rückte näher.
Ich hatte mehrere Begegnungen mit ihm und kann sagen, er war ein wirklich fromer und freundlicher Mensch. In einem Interview zu seiner Emeritierung sprach er über den Glauben, das Gebet, den Tod und sein biblisches Motto.

„Endlich. Mein Sterben“ von Christopher Hitchens. Ein Buch-Tipp

12 Jul

Christopher Hitchens: Endlich. Mein Sterben

Christopher Hitchens: Endlich. Mein Sterben

Christopher Hitchens war kein religiöser Mensch. Er hat sogar leidenschaftlich gerne in öffentlichen Diskussionen gegen den Glauben und für seine atheistische Überzeugung gekämpft. Er hat Mutter Teresa unterstellt, ihre Nächstenliebe sei nur ein Vorwand für Missionierung unter den Ärmsten und ein Buch geschrieben, dass „Gott ist kein Hirte“ heißt.
2010 ist Christopher Hitchens an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Etwa ein Jahr hat es gedauert, bis er gestorben ist. In dieser Zeit hat er acht Essays geschrieben über den Krebs und wie der sein Leben und Leiden und Sterben bestimmt. Das ist gerade dann bewegend, wenn er schonungslos über Übelkeit, Hautausschlag und Erbrechen schreibt, über die unerträglichen Schmerzen. Es ist interessant, wenn er Formulierungen wie „Gegen den Krebs kämpfen“ seziert und für mich auch aufrührend, wenn er schreibt, weshalb es sinnlos sei, ein Fürbittgebet zu sprechen. Und es ist ärgerlich, wenn er evangelikale Christen zitiert mit ihrer „das ist eine Strafe Gottes“ Rhetorik, über die ich mich genau so ärgere.
„Endlich. Mein Sterben“ heißt das Buch mit diesen Essays. Christopher Hitchens ist nicht fromm geworden, sondern bestätigt im Angesicht des Todes noch einmal seine eigene Gottlosigkeit.
Der britische Autor, der in Amerika lebte, wird so nach seinem Tod noch einmal zum Advocatus Diaboli, wörtlich übersetzt heißt das Anwalt des Teufels. Das war er schon einmal, als im Vatikan über die Heiligsprechung von Mutter Teresa beraten wurde. Der Vatikan lud Christopher Hitchens ein, Argumente gegen die Heiligsprechung vorzutragen. Diese Rolle im Heiligsprechungsverfahren heißt seit Jahrhunderten Advocatus Diaboli.
Und jetzt also ist Christopher Hitchens Advocatus Diaboli gegen die Überzeugung, dass man im Leid, im Angesicht des Todes doch noch fromm werden wird. Das Buch ist durchaus eine Herausforderung für meinen Glauben. Und genau deshalb lesenswert.