Erzbischof Thissen besucht Hinrichtungsstätte der Lübecker Märtyrer


Am 10. November 1943 wurden die vier Lübecker Märtyrer Johannes Prassek, Eduard Müller, Hermann Lange und Karl Friedrich Stellbrink in Hamburg in der Haftanstalt Holstenglacis durch das Fallbeil hingerichtet. Zum 70. Todestag besuchte Erzbischof Werner Thissen die Haftanstalt. Er sah Stolpersteine, die an die vier Märtyrer erinnern, Todeszellen, in denen sie saßen, den Weg, den sie zum Fallbeil gegangen sind und den Ort mit der Gedenktafel, wo damals wohl das Fallbeil stand.

Militärschlag gegen Syrien?

Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann es einen Militärschlag gegen Syrien gibt. Unabhängig davon, ob die USA alleine handeln oder nicht. Was sagt die katholische Friedensethik zu so einem Einsatz? Ds habe ich Heinz-Gerhard Justenhoven gefragt, den Direktor des Hamburger Institutes für Theologie und Frieden.

Gedenken an Alt-Erzbischof Ludwig Averkamp

Freundlich, bescheiden und fromm. So habe ich Alt-Erzbischof Ludwig Averkamp kennengelernt. Und viele andere teilen diesen Eindruck. Erzbischof Werner Thissen nennt seinen Vorgänger einen großen Beter. Ich habe ein kleines Video gedreht, wie die Menschen am Sarg in der Krypta Abschied nehmen.

Alterzbischof Ludwig Averkamp gestorben

Ludwig Averkamp 2

Ludwig Averkamp 2

Acht Jahre war er Bischof von Osnabrück und ab 1995 sieben Jahre lang der erste Bischof des neu gegründeten Erzbistums Hamburg. Heute ist Ludwig Averkamp gestorben, mit 86 Jahren. Ludwig Averkamp 2Die sozusagen historische Leistung von Erzbischof Ludwig Averkamp besteht im Zusammenführen von Ost und West, von Mecklenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg zu einem Bistum. Viele Gespräche, viele Sitzungen waren nötig, und Ludwig Averkamp erwarb sich überall Respekt und Vertrauen, weil er so gut und viel zuhörte. Die Zeit als Erzbischof endete 2002, als Ludwig Averkamp 75 Jahre alt wurde. Danach widmete er sich viel den sogenannten Gebetsschulen. Zuletzt war er sehr krank, konnte kaum mehr reden. Der Tod rückte näher.
Ich hatte mehrere Begegnungen mit ihm und kann sagen, er war ein wirklich fromer und freundlicher Mensch. In einem Interview zu seiner Emeritierung sprach er über den Glauben, das Gebet, den Tod und sein biblisches Motto.

„Endlich. Mein Sterben“ von Christopher Hitchens. Ein Buch-Tipp

Christopher Hitchens: Endlich. Mein Sterben

Christopher Hitchens: Endlich. Mein Sterben

Christopher Hitchens war kein religiöser Mensch. Er hat sogar leidenschaftlich gerne in öffentlichen Diskussionen gegen den Glauben und für seine atheistische Überzeugung gekämpft. Er hat Mutter Teresa unterstellt, ihre Nächstenliebe sei nur ein Vorwand für Missionierung unter den Ärmsten und ein Buch geschrieben, dass „Gott ist kein Hirte“ heißt.
2010 ist Christopher Hitchens an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Etwa ein Jahr hat es gedauert, bis er gestorben ist. In dieser Zeit hat er acht Essays geschrieben über den Krebs und wie der sein Leben und Leiden und Sterben bestimmt. Das ist gerade dann bewegend, wenn er schonungslos über Übelkeit, Hautausschlag und Erbrechen schreibt, über die unerträglichen Schmerzen. Es ist interessant, wenn er Formulierungen wie „Gegen den Krebs kämpfen“ seziert und für mich auch aufrührend, wenn er schreibt, weshalb es sinnlos sei, ein Fürbittgebet zu sprechen. Und es ist ärgerlich, wenn er evangelikale Christen zitiert mit ihrer „das ist eine Strafe Gottes“ Rhetorik, über die ich mich genau so ärgere.
„Endlich. Mein Sterben“ heißt das Buch mit diesen Essays. Christopher Hitchens ist nicht fromm geworden, sondern bestätigt im Angesicht des Todes noch einmal seine eigene Gottlosigkeit.
Der britische Autor, der in Amerika lebte, wird so nach seinem Tod noch einmal zum Advocatus Diaboli, wörtlich übersetzt heißt das Anwalt des Teufels. Das war er schon einmal, als im Vatikan über die Heiligsprechung von Mutter Teresa beraten wurde. Der Vatikan lud Christopher Hitchens ein, Argumente gegen die Heiligsprechung vorzutragen. Diese Rolle im Heiligsprechungsverfahren heißt seit Jahrhunderten Advocatus Diaboli.
Und jetzt also ist Christopher Hitchens Advocatus Diaboli gegen die Überzeugung, dass man im Leid, im Angesicht des Todes doch noch fromm werden wird. Das Buch ist durchaus eine Herausforderung für meinen Glauben. Und genau deshalb lesenswert.

Pierre Stutz: Deine Küsse verzaubern mich

Ehrlich gesagt, habe ich eine Spiritualität der Erotik bislang nie vermisst und auf die Frage, wann ich das letzte Mal mein Geschlechtsteil gesegnet habe, kann ich klar antworten: noch nie. Trotzdem ist es interessant, was Pierre Stutz zum Thema Erotik, Leidenschaft und Spiritualität zu sagen hat. Deswegen habe ich ihn zu seinem Buch „Deine Küsse verzaubern mich“ interviewt.

Tag der Umwelt – Klima-Kollekte der Kirchen

Im Herbst fliegen wir in Urlaub (2 Erwachsene und zwei Kinder). Und da Fliegen ja bekanntlich nicht sehr ökologisch ist, habe ich bei http://www.klima-kollekte.de den entsprechenden Co2 Ausstoß berechnen lassen und was ich zahlen muss, um den zu kompensieren. Das Ergebnis: Wegen uns werden 5,4 Tonnen Co2 in die Luft geschleudert, was beim Fliegen besonders schädlich ist, da das Co2 direkt in die Atmosphäre entweicht. Um das zu kompenbsieren, müssen wir € 124,20 zahlen. Das Geld geht bei http://www.klima-kollekte.de an Umweltprojekte in Asien, Afrika und Amerika, also Solaranlagen, Erdwärme etc. Das ist Klimaschutz, Ökologie und Armutsbekämpfung gleichzeitig (und eine Spendenquittung gibt es auch). Gute Idee, oder?
Die Klima-Kollekte ist ein Projekt von Misereor, Brot für die Welt, Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), EKD, FEST (Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft e.V.) und Zentrum für Mission und Ökumene. Nordkirche weltweit (NMZ). Hier mein kurzes Interview mit Geschäftsführerin Olivia Bee.

Juden und Christen – in einem Haus vereint

Es gibt viele Aufsätze und Vorträge über jüdisch-christliche Zusammenarbeit, das Verhältnis der Christen zu ihren „älteren Geschwistern“. Ich war dabei, als ein Kooperationsvertrag der jüdischen Gemeinde mit der Caritas Hamburg unterzeichnet wurde, der ganz praktisch Nähe und Distanz deutlich macht. Für die jüdische Gemeinde wäre es zu teuer, ein eigenes Altenpflegeheim zu bauen, und es wäre wohl auch nicht sicher, ob dieses ausgelastet sein würde. Jetzt werden bis zu vier Wohngruppen im Bischof Ketteler Haus, einem Altenpflegeheim der Caritas in Hamburg Schnelsen, für jüdische Menschen reserviert. Die werden dann das „Jüdische Altenheim im Bischof Ketteler Haus“. Es wird eigene Wohngruppen geben, damit hier Speisevorschriften, Schabattregeln und Ähnliches berücksichtigt werden kann. Nähe und Distanz, Geschwisterlichkeit, ohne Unterschiede zu leugnen…ich finde, dieses Altenheim ist ein ganz konkretes Beispiel dafür.

STOP! Schau hin!!!

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Alles ist schwarz. Die Internetseiten der deutschen und der internationalen Malteser sind heute einen Tag lang schwarz. Stop! Schau hin! Schreit auch das Hilfswerk Misereor auf seinen Seiten.
Beiden Hilfswerken, und anderen auch, geht es um Syrien. Jeden Tag sterben Menschen. Millionen sind auf der Flucht. In Syrien sind Häuser und ganze Stadtviertel zerstört und viele Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Die Kinder leiden besonders. Viele Familien suchen eine sichere Unterkunft, einen Ort, an dem sie nicht in Gefahr sind und an dem sie bleiben können, nachdem sie alles hinter sich lassen mussten.
Die Hilfswerke brauchen Spenden, um zu helfen, aber sie bekommen kaum welche. Politisch verworrene Situationen machen die Geldbörsen zu. Und sicher, niemand kann sagen, dass Syrien ein tolles Land werden würde, wenn die Opposition gewinnt. Aber: Darum geht es gar nicht.
Es geht nicht um Sieg oder Niederlage, es geht nicht um Parteinahme im Krieg. Es geht schlicht darum, dass Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf haben, es geht darum, dass Kinder etwas zu essen haben und zur Schule gehen können, es geht darum, dass Verletzte medizinisch gut versorgt werden. Dafür werden Spenden gebraucht.
Misereor, Malteser, Caritas International sind Hilfswerke, denen sie vertrauen können. Oder Ärzte ohne Grenzen, wenn sie kirchliche Hilfswerke vermeiden wollen. Sie und ich, wir haben viele Möglichkeiten zu helfen. Nur gar nicht zu helfen, dafür gibt es keinen guten Grund.

Kinderorgelprojekt – Erzbistum Hamburg – Elbphilharmonie

Das war wirklich ein spannendes Projekt. Sechs Hamburger Grundschulklassen befassen sich mit der Orgel, besuchen Orgel und Organisten im St. Marien-Dom, fahren zu einer Orgelwerkstatt und basteln sich eine Klangmaschine. Am Ende stand ein tolles Konzert. Den Film dazu gibt es in einer Kurz- und einer Langfassung:
Kurzfassung:

Und hier die Langfassung