Noah – Film Trailer – ab April 2014

Die Geschichte von Noah, der Arche und der Sintflut ist eine der beliebtesten Bibelgeschichten für Kinder. Dabei geht es doch auch um Sünde, Gottes Zorn, um die drohende Auslöschung der Menschheit, die Zurücknahme der Schöpfung. Erst am Ende kommen Segen und Regenbogen. Im Film mit Russel Crowe, Jennifer Conelly und Emma Watson wird wohl eher die nicht so kindgerechte Seite der Geschichte erzählt. Theologisch und spirituell wertvoll? Mal sehen. Von den Bildern und Effekten her anscheinend aber beeindruckend.

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Alt und lebenssatt – Über gutes Sterben

Vor der Geburt kannten wir alle nichts anderes als den Leib der Mutter mit einigen Tönen und Geräuschen, die zu uns durchdrangen. Ein gutes Leben. Für  eine  bestimmte Zeit. Mit der Geburt kommen wir dann in eine Welt, die größer, vielfältiger ist.

Was ich sehr faszinierend finde: irgendwann spürt das Ungeborene, dass es mit diesem Lebensabschnitt vorbei ist. Es wird einfach zu eng, auch die Qualität der Nahrung nimmt ab.

Das Ungeborene ist reif für diese Welt. Diese Entwicklung setzt all die biologischen Dinge in Gang, die dann zu Wehen und zur Geburt führen. Es ist aber wichtig, dass das Kind mitmacht, sagen Ärzte und Hebammen, auch wenn sie keineswegs von einem durchdachten Willensakt sprechen.

So etwas gibt es auch  am Ende des Lebens. Nicht, wenn ein Unglück Menschen mitten aus dem Leben reißt, aber am Ende eines langen Lebens schon. Ärzte sagen oft, dass es wichtig ist, dass die Patienten  mitmachen, wirklich gesund werden wollen. Und stellen bei sehr kranken oder sehr alten Menschen oft einfach fest: der Lebenswille ist erloschen.

Das Ideal vom Ende unseres irdischen Lebens bezeichnet die Bibel mit: alt und lebenssatt. Im ersten Buch der Bibel, im Buch Genesis steht  das im 25. Kapital. Es geht um den Tod Abrahams. Wörtlich:  „Das ist die Zahl der Lebensjahre Abrahams: Hundertfünfundsiebzig Jahre wurde er alt, dann verschied er. Er starb in hohem Alter, betagt und lebenssatt, und wurde mit seinen Vorfahren vereint.“ 175 Jahre sind nun wirklich alt, aber interessanter ist doch das Wort lebenssatt. Das deutet ja schon an, dass es auch irgendwann genug sein kann. Der Theologe Gerhard von Rad hat das so beschrieben: „Es gibt“, so schreibt er, „ein innerliches Damit-zu-Ende-kommen, einen Zustand der Sättigung, einen Punkt, an dem das von Gott zugemessene ausgeschöpft ist. Dies ist dann der Augenblick der Todesreife.“ Dieses Leben ist ausgeschöpft, dass gilt für den Übergang vom Leben im Leib  der Mutter zum irdischen Leben und beim Übergang vom irdischen zum  ewigen Leben.

Was beide Prozesse eint: Es ist ein Übergang ins Ungewisse, der Durchgang ins neue Leben ist auch oft schmerzhaft. Und im Unterschied zum Ungeborenen wissen wir darum. Das macht vielen Angst. Angst vor den Schmerzen, die mit dem Sterben verbunden sein können. Angst davor, ausgeliefert zu sein.

Es ist sehr interessant, was Monika Renz dazu schreibt. Sie ist Theologin und Psychotherapeutin und leitet die Psychoonkologie in Sankt Gallen. Monika Renz hat die Zeugnisse von Sterbenden aufgeschrieben. Sterbende, die sie selber begleitet hat. Nach der  Angst vor der Apparatemedizin und der eigenen Machtlosigkeit als Patient gefragt, antwortet sie:  „Die wenigsten Menschen wissen, dass Ohnmacht nur so lange schlimm ist, bis ich loslassen und mich in gute pflegerische Hände geben kann. Es gibt eine innere Schwelle, danach ist es schön, ein Fließen, ein Friede.“ Und die erfahrene Sterbebegleiterin vergleicht direkt Geburt und Todesnähe und sagt: Irgendwann muss man hindurch. Seelisch und körperlich. Das macht den Menschen in einer Weise glücklich, die ich im Leben nicht kenne.

Etwas von diesem Glück sieht man auch auf den Fotos, die Walter Scheels von Menschen gemacht hat, und zwar kurze Zeit vor Tod und dann unmittelbar nach dem Tod. Es waren alles unheilbar kranke Menschen, die also wussten, dass sie bald sterben. Was bei Betrachten der Portraits sofort auffällt: Nach dem Tod ist jegliche Anstrengung aus den Gesichtern verschwunden. Die Portraits der Toten sehen sehr friedlich und würdevoll aus. Ruhe in Frieden – dieser Wunsch scheint erfüllt.

Spüren, wenn der Schritt ins nächste Leben ansteht, sich vorbereiten, bereit sein und dann loslassen können. Weil es genug ist. Das gilt für beide Übergänge: vom Leben im Leib der Mutter zum irdischen und vom irdischen zum ewigen Leben bei Gott. Und wie man nach der Geburt nicht allein ist, sondern weiter geborgen, darf man als Christ darauf hoffen, dass auch der Schritt raus aus diesem irdischen Leben kein Schritt ins Nichts ist, sondern einer hinein in die Liebe und Geborgenheit bei Gott.

Foto: IchSelbst / Pixelio.de